Horst Bredekamp. Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Wagenbach 2008 - Kunstgeschehen>
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Ausstellungen
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01.09.2010 – 30.09.2010,
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04.09.2010 – 30.10.2010,
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04.09.2010 – 09.10.2010,
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04.09.2010 – 10.10.2010,
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10.09.2010 – 30.10.2010,
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10.09.2010 – 12.09.2010,
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Not in Fashion. Mode und Fotografie der 90er Jahre
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20.11.2010,
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Horst Bredekamp. Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung. Wagenbach 2008
Bücher
erschienen 05.03.2009 | Ulrike Schuster
Architektur- als Demolierungsgeschichte: Horst Bredekamp, der Rebell unter den Kunsthistorikern, legt einen seiner Buchklassiker in neuer Auflage vor. „Sankt Peter in Rom und das Prinzip der produktiven Zerstörung“, erstmals erschienen im Jahr 2000, ist ein spannend geschriebener Essay, der sich mit dem Wechselspiel von Abriss und Aufbau rund um den Neubau des Petersdoms beschäftigt. Dieser Doppelcharakter von Zerstörung und Neuschöpfung offenbart für Bredekamp eine Konstante symbolischer Machtnahme, die zugleich den Schlüssel für die komplexe Historie des Dombaus liefert. Ulrike Schuster hat dieses Buch für uns gelesen.
Der Stoff scheint wie geschaffen für den streitbaren Autor, der einst über das Thema Bildersturm promovierte und die „Kunst als Medium sozialer Konflikte“ analysierte. Auch in dieser Fallstudie ist ihm ein spannungsgeladenes Sittenbild gelungen. Ein prachtvoll inszeniertes Schurkenstück entfaltet sich mit seinen Ränken und Intrigen im Herzen der katholischen Macht, unter der Beteiligung von berühmten Künstlern und intriganten Neidern, konservativen Klerikern und machtbewussten Kirchenfürsten.
Zwar ist nicht alles an den Ausführungen neu (war es auch nicht zum Zeitpunkt der Ersterscheinung), und auch die Trennung zwischen Faktenlage und suggestiver Interpretation fällt nicht immer deutlich aus. Doch die kurzweilige und kompakte Darstellung der Materie macht Lust darauf, sich mit der langwierigen Baugeschichte auseinanderzusetzen und die chaotischen Planungsverläufe in ihren Windungen zu verfolgen.
Bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts ließ Nikolaus V. die Baufälligkeit der altehrwürdigen konstantinischen Basilika feststellen und Fundamente für den Ausbau eines Chorraumes legen. Wichtiger als die angegriffene Substanz war jedoch der Umstand, so Bredekamps Vermutung, dass Gräber und Altäre bereits jeden Winkel der Kirche ausfüllten. Für die Aufstellung neuer Monumente mussten deshalb Kapellenanbauten angelegt werden, die den Baukorpus am Ende des Quattrocento bereits eng umwucherten.
Dennoch war das Vorhaben eines Neubaus von Anfang an umstritten. Nicht nur die immensen Kosten des Projekts riefen zahlreiche Kritiker auf den Plan, sondern auch die Bestürzung über den Verlust der konstantinischen Gründung auf dem Grab Petri mit ihrem einzigartigen historischen Erbe. In den Vorgängen rund um St. Peter finden sich die ersten Stimmen zum Denkmalschutz, darunter so gewichtige wie die von Alberti.
Seiten: 1 2
Letzte Änderung: 05.03.2009, 13:42