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Alexander Archipenko - Saarlandmuseum, Saarbrücken, bis 18. Januar 2009

Ausstellungsbesprechungen

erschienen 09.01.2009 | Günter Baumann

»Die Kunst ist für alle geschaffen, doch sind nicht alle für die Kunst geschaffen.« Der ukrainische Bildhauer Alexander Archipenko (1887–1964), der 1909 nach Paris gekommen war und in der Gesellschaft mit Braque, Modigliani und Picasso unmittelbar in die Moderne eintauchen konnte, wusste um 1920 – als er diese nüchterne Zwischenbilanz zog – um die Relativität der Kunst. Er war einer der besten Plastiker seiner Zeit. Unser Autor Günter Baumann hat die umfangreiche Ausstellung zu Archipenko besucht.

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Alexander Archipenko war einer der besten Plastiker seiner Zeit – aber gerade die Bildhauerei hatte auch damals schon einen längeren Weg ins öffentliche Bewusstsein: Das trifft auf das Jahrhundertgenie Brancusi genauso zu wie auf die wenigen Künstler, die den Kubismus ernsthaft in die freie Plastik übertrugen (das Relief blieb mehr der Malerei verwandt), namentlich Henri Laurens und Alexander Archipenko. Dabei machte der Ukrainer hier nicht Halt. Kaum hatte er die plastischen Elemente zerlegt und wieder in ein Ganzes überführt, revolutionierte er etwa zeitgleich mit Rudolf Belling das Raum-Zeit-Gefüge und brachte – mehr in gefühlter Ahnung als in wissenschaftlicher Auseinandersetzung – Einsteins Erkenntnisse zur Relativitätstheorie in plastische Anschauung. Der leere Raum nahm Gestalt an.

Gemessen an den schnöden Daten war Deutschland nur eine Zwischenstation auf dem Weg von Paris in die neue Welt. 1913 war seine Kunst in New York (Armory Show) und in Berlin (Der Sturm) zu sehen, die Optionen wären da sicher noch in beide Richtungen denkbar gewesen. Der Krieg ließ ihn jedoch zunächst 1914 für vier Jahre nach Nizza ausweichen, länger als schließlich nach seinem Umzug ins Berlin der Golden Twenties, die so golden wohl nicht waren: 1921 gründete Archipenko eine Kunstschule, liebäugelte aber schon mit den USA, wo im selben Jahr eine Einzelausstellung zu sehen war. 1923 wanderte er aus und ließ sich in New York nieder, wo er sogleich wieder an einem eigenen Institut unterrichtete. Rund vierzig Jahre später, 1964, starb er dort.

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Buchtipps

Stefan Dürre Seemanns Lexikon der Skulptur

Eduard Trier Bildhauertheorien im 20. Jahrhundert

Adressen zum Beitrag

Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Saarlandmuseum

Veranstaltungen/Ereignisse

Alexander Archipenko - Wissenschaftliches Symposium zur Ausstellung des Saarlandmuseums 14.01.2009, Saarbrücken

Alexander Archipenko 18.10.2008 – 18.01.2009, Saarbrücken

Weitere Beiträge zum Thema

Ralph Melcher (Hrsg.): Alexander Archipenko. Retrospektive, Hirmer Verlag, München 2008.
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Schlagworte

Archipenko, Alexander | Braque, Georges | Modigliani, Amedeo | Picasso, Pablo | Skulptur / Plastik | 20. Jhd. (1.Hälfte)

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Letzte Änderung: 08.01.2009, 11:54

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