Ausstellungstipp: Max Beckmann. Die Landschaften, Kunstmuseum Basel, bis 22. Januar 2012

In seinen Landschaftsbildern zeigt sich Beckmanns künstlerische Entwicklung in Reinform. Weniger geprägt von allegorischen Sinnschichten, werden hier die großartigen malerischen Qualitäten Beckmanns auf unmittelbare Weise sichtbar. Auffällig bleibt Beckmanns distanzierte Sichtweise auf die Landschaft: Fensterausblicke, Vorhänge, Brüstungen, Säulen und erhöhte Blickperspektiven vermitteln öfters zwischen bewohnter Welt und der Unbegrenztheit der Natur. Persönliche Gegenstände, die als Stilllebenrest im Vordergrund dieser Landschaften häufig auftauchen, lassen die Anwesenheit des Künstlers spürbar werden. Die Ausblicksdramaturgie macht deutlich, dass Beckmann ein abstrakt konzipiertes Bild von Landschaft mit dem erinnerten Landschaftseindruck vereint, der die Grundlage eines jeden Bildes ist. Der Blick, den er auf die Natur richtet, klärt seinen Standpunkt und setzt ihn in ein Verhältnis zur Welt.

Wie sich dieses Verhältnis verändert, zeigen die Landschaftsbilder aus den verschiedenen Lebensphasen. Zu sehen sind 70 Gemälde, Meisterwerke wie „Der Hafen in Genua“ aus dem St. Louis Art Museum oder Meeresstrand aus dem Museum Ludwig, Köln, aber auch grandiose Werke aus zahlreichen Privatsammlungen, die teilweise kaum je ausgestellt waren.

Zwei weitere Ausstellungen schaffen eine ideale Ergänzung und die einmalige Gelegenheit, sich umfassend mit dem Werk von Beckmann zu beschäftigen: Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht im Museum der bildenden Künste, Leipzig (17. September 2011 – 22. Januar 2012) sowie Max Beckmann & Amerika im Städel Museum, Frankfurt (7. Oktober 2011 – 8. Januar 2012).

Geschrieben von Redaktion Portal Kunstgeschichte