Einzelne Aufsätze aus dem Marburger Jahrbuch 37/2010 stehen zum Download bereit!

Inhalt: Das Lebenswerk Aby Warburgs (1866-1929) gipfelt bekanntlich in seinem Projekt ›Mnemosyne‹, dem so genannten Bilderatlas, der den Hamburger Privatgelehrten zwischen 1924 und 1929 intensiv beschäftigte. Gegenstand des Bilderatlas waren die Wanderungsbewegungen und »Wanderstraßen« emotional intensiver und zumeist künstlerisch gestalteter Bildprägungen – der so genannten Pathosformeln – von den alten Kulturen des Orients bis in die Renaissance und die Zeit Warburgs. Der Bildatlas sollte den Pendelgang zwischen mythischer und und wissenschaftlicher Auffassung im Spiegel künstlerischer Gestaltung durch etwa drei Jahrtausende hindurch systematisch-historisch verfolgen und illustrieren. Die Form des Atlanten suggeriert dabei die Möglichkeit einer vollständigen und systematischen Aufarbeitung dieser Materialfülle, zudem verspricht sie Überblick und Orientierung. Atlanten sind damit Ausdruck sowohl der Möglichkeiten als auch der Begrenztheit empirischer Forschung. Ein Blick auf Genese, Charakter und Schicksal des unvollendeten Projekts und auf vergleichbare Atlanten wirft die Frage auf, in welchem Ausmaß eine problemorientierte Herngehensweise und eine weite Öffnung den wissenschaftlichen Umgang mit dem Gegenstand bestimmen dürfen – welche Distanzen also der »›Reisende‹ im Gebiete der Bildvergleichung« zu bewältigen mag.

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Geschrieben von Redaktion Portal Kunstgeschichte