Gustav Klimt und die Kunstschau 1908
Die Kunstschau 1908 gilt als eine bahnbrechende Ausstellung für die Wiener Moderne. Unter dem Motto „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“ entwickelte die 1907 aus der Secession ausgetretene „Klimt-Gruppe“ mit Werken der Malerei, Skulptur, Grafik, Kunstgewerbe und Theaterdekoration eine Gesamtkunstwerk auf dem temporären Ausstellungsgelände am Schwarzenbergplatz. So errichteten und gestalteten unter anderen Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Otto Prutscher und Koloman Moser innerhalb weniger Monate Holzbauten mit 54 Ausstellungsräumen, Gartenanlagen und Innenhöfen, einen kleinen Friedhof, ein Kaffeehaus und ein Sommertheater sowie ein vollständig eingerichtetes Landhaus, die Werken von 176 Künstlern– darunter Carl Moll, Franz Kupka und Max Oppenheimer – Platz gaben.
Mehrere Ausstellungsräume widmete Klimt ganz jungen Künstlern, die dann mit avantgardistischen Ideen und Werken für Furore sorgten. Für einige, etwa für den damals 21-jährigen Oskar Kokoschka, bildete diese Ausstellung gar den Grundstein für eine spätere Karriere.
Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere: „Zum ersten und gleichzeitig auch zum letzten Mal war es hier dem Freundeskreis um Klimt gelungen, das nahezu vollständige Inventar ihrer Vision eines Lebens zu präsentieren, welches „mit Kunst durchdrungen“ ist. Weder die ersten Ausstellungen der Secession, noch irgendeine spätere Präsentation erreichte den Anspruch, den Umfang und die Komplexität dieser Schau, die somit als Quintessenz der frühen Wiener Moderne bezeichnet werden kann.“