Haar Macht Lust
Bis 4. Oktober
Kunsthalle München
24. Juni 2026,
Geschrieben von Walter Kayser
Drei-Wort-Sätze haben in der jüngeren Vergangenheit ihre besondere rhetorische Durchschlagskraft unter Beweis gestellt. Wir erinnern uns an Barak Obamas «Yes, we can!» oder Angela Merkels «Wir schaffen das!». Der Titel der Ausstellung «Haar Macht Lust», die seit einigen Wochen in der Münchner Kunsthalle zu sehen ist, folgt mit seinen drei einsilbigen Worten dem Erfolgsrezept derartiger Slogans. Unschwer lässt er sogleich eine gewisse Doppeldeutigkeit erkennen. Kann man ihn doch als markantes Begriffstrikolon lesen – oder aber das mittlere Wort als Verb nehmen und dann als Aussagesatz verstehen. Letztere Lesart benennt zwar einen absolut zentralen Aspekt des menschlichen Haares, nämlich seine erotische Verführungskraft; gleichwohl würde die Programmatik dieses Satzes der ungeheuren Vielschichtigkeit des Themas nicht gerecht. Es ist nämlich schier unübersehbar, wie reichhaltig sich in jeglicher Hinsicht mit dem Thema Haar kulturgeschichtliche Aspekte auftun. Walter Kayser hat sich dennoch bemüht, durch den reichlich verfilzten Dschungel der angeschnittenen Aspekte Schneisen zu schlagen und sich einen Überblick zu verschaffen.
Nico Koster Hair Peace. Bed Peace., 1969 60 x 70 cm Privatsammlung, Amsterdam, © Nico Koster
Für eine(n) traditionell geschulten Kunstgeschichtler:in stellen sich beim Thema Haar – (-nein, nicht gleich die Haare hoch). Sie bzw. er ist mit der christlichen Ikonografie vertraut, und deshalb steht ihm/ihr sofort der starke Samson vor Augen. Sie/Er sieht ihn, wie der, ein zweiter Herakles, dem Löwen das Maul aufreißt wie er von der heimtückischen Delila reingelegt wird und schlafend seines Manneskraft einbüßt und wie er schließlich, dank seiner nachgewachsenen Haarpracht, wieder solch überbordende Kräfte empfindet, dass er die Säulen des Philistertempels einreißt, als wär’s ein Kegelspiel. Oder man denkt an die Nachfahrin Evas, an die «femme fatale» schlechthin: Maria Magdalena, die sinnliche Büßerin und Patronin der «gefallenen Mädchen». Unbekümmert und extrovertiert wäscht sie mit ihren Tränen die staubigen Füße ihres Herrn Jesus und trocknet sie mit ihren offen getragenen langen roten Haaren. (…Warum müssen die eigentlich feuerrot sein und nicht goldblond? – eine der entscheidenden Preisfragen!) Folgt man der Legende, so büßt die Frau aus Magdala noch 30 Jahre in der Wüste. Sie ernährt sich von Heuschrecken und Honig, bis sie, mit nichts bedeckt als einem ziemlich dichten Haarmantel, von Engeln in den Himmel getragen wird. Insofern wurde sie, man denke an den späten Donatello, zum Pendant des Bußpredigers und Täufers Johannes. Allein den Wandlungen und Verschiebungen dieser biblischen Geschichten nachzugehen wäre eine Ausstellung wert gewesen.
Zwar ist der heiligen Sünderin Maria Magdalena ein Kapitel gewidmet, das von den Kunstgeschichtlerinnen des Freiburger Augustinermuseums Jutta Götzmann und Mirja Straub geschrieben wurde, soll doch die Münchner Ausstellung dort im Herbst nach langer Renovierung übernommen werden. Aber die Münchner Kuratorin Juliane Au zeigt: Haar ist mehr, viel mehr! Kunstgeschichtliche Aspekte sind da nur ein kleinerIndikator für eine kulturhistorisch in alle Richtungen weithin ausstrahlende Problematik. – Haare wachsen mehr oder weniger überall. An den Beinen, unter den Achseln, in den Ohren, aus der Nase, über der Oberlippe, zuweilen auch auf den Zähnen. Ganz egal, ob man das liebt oder hasst, ob man es hat oder nicht, es beschäftigt und berührt einen, das eigene Haar. Es gehört zur Intimzone, ist Träger feinster Geruchsbotschaften, es wird als tiefer Ausdruck der Persönlichkeit verstanden, und zugleich dient es als öffentliches Signal. Haare und Frisuren sind immer schon identitätsstiftend und Differenzmarker; und zugleich – erinnern wir uns an die Beatles-Mania der frühen 60er Jahre – sichtbares Bekenntnis einer Gruppenzugehörigkeit.
Wo anfangen, wo aufhören? Mit dem Hinweis auf die fein geflochtenen Bärte der Assyrerkönige? Mit der Untersuchung der aus Echthaar, Pflanzenfasern und Bienenwachs auf Netzen gewirkten Perücken im Alten Ägypten, mit der Erinnerung an den angeklebten Zeremonialbart der Pharaonin Hatschepsut? Oder gar mit dem Verweis der Frühgeschichtlicher auf die bereits in der Steinzeit normierte Männlichkeit in Form unterschiedlicher Barttrachten?
Ohne Zweifel, wenn die Haut das größte Organ des menschlichen Körpers ist, so sollte man das Haar, welches überall aus derselben herauswächst und so einen Übergang zur Außenwelt schafft, keineswegs nur als ein biologisches Phänomen betrachten. Haar ist Relikt unseres tierischen Stammbaums, seine Pflege und Bändigung machen einen beträchtlichen Aufwand unserer Körperbehandlung aus. Denn Haare gehören, um einen Buchtitel Gernot Böhme zu bemühen, zum «Leib. Die Natur, die wir selbst sind»; und als solches ist auch alles, was mit Haaren zu tun hat, Teil einer «Körpergeschichte» und seit jeher in jeder kulturellen Hinsicht kodiert. Denn da es den Menschen wesentlich ausmacht, ein «Zoon politikon» zu sein, wie Aristoteles es nannte, ist sein Körper ein kommunikatives Medium. Entsprechend berührt das Haar alle Bereiche des menschlichen Lebens. Da der Mensch ein Mischwesen zwischen Zivilisation und Natur geblieben ist, spielt er gern mit der sensiblen Grenzziehung zu seinen animalischen Wurzeln, und sei es nur in der Erschaffung von Fantasiegestalten: Wildmänner und Wildfrauen, jene merkwürdigen Mischwesen aus der dunklen Tiefe der Wälder, die das tierische Fell noch nicht abgelegt haben, waren als Motiv auf Tapisserien beliebt. Die mittelalterlichen «Grüffelos» fungierten als Wappenträger oder erschienen auf Wirtshausschildern. Sie trugen Keulen und treiben noch heute als Schrecken verbreitende Krampusse zur Fastnachtszeit in tiefen Alpentälern ihr Unwesen.
„Haar ist mehr, viel mehr! Kunstgeschichtliche Aspekte sind da nur ein kleiner Indikator für eine kulturhistorisch in alle Richtungen weithin ausstrahlende Problematik.“
Eberhard Riegele Kaiserin Elisabeth von Österreich nach F.X. Winterhalter, 1923 Öl auf Leinwand, 122 x 100 cm Fürst Thurn und Taxis Kunstsammlungen © Rechtsnachfolge Eberhard Riegele; © Foto: Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv
Jacques-Louis David Anne-Marie-Louise Thélusson, Comtesse de Sorcy, 1790 Öl auf Leinwand, 129 × 97 cm Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, Dauerleihgabe der HypoVereinsbank Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Entsprechend berührt das Haar alle Bereiche des menschlichen Lebens.
Lange Haare gelten als Sitz der Lebensenergie, eine magische Kraftquelle.
Wie jedes elementare Symbol sind auch Haare nur in ihrer dialektischen Widersprüchlichkeit angemessen zu verstehen: Haar wird nach allen Regeln der Kunst geformt, gefärbt und aufwändig gestylt – und zugleich schamhaft verborgen, sobald man «unter die Haube gekommen» ist, oder gänzlich abrasiert. Es wird glatt gekämmt oder wild und struppig verfilzt und zu einer Mähne stehen gelassen. In allen Religionen der Welt wird es als Zeichen der Hingabe, und zugleich als Zeichen der Abkehr und des Protests in Szene gesetzt. Insofern nennt das Vorwort des Katalogs die Schau zu Recht ein äußerst «ambitioniertes Projekt von dieser Komplexität und thematischen Vielfalt».
Auf den ersten Blick könnte man deshalb der Ausstellung den Vorwurf machen, sich zu wenig beschränkt zu haben und ins Uferlose zu treiben. Die über 200 Exponate wirken zunächst wie ein beliebiges Sammelsurium, rein phänomenologisch und zu wenig historisch gegliedert.
Durch unterschiedliche Raumfarben haben die Organisatoren eine scheinbare Ordnung in die schier unüberschaubaren thematischen Verflochtenheiten bringen wollen. Der größte Saal, in Blau ausgeschlagen, beschäftigt sich mit den politischen Bezügen, die wiederum in unterschiedlichster Weise Haare zum Bedeutungsträger von Meinungen und Ideologien machen. Doch auch hier springt man von einem Aspekt schnell zum nächsten. Plutarch überliefert in seinen Parallelbiographien der großen Griechen und Römer, dass Cicero, der Vertreter der traditionellen republikanischen Verfassung, über den gewalttätigen Alleinherrscher Caesar geäußert habe: «Wenn ich sehe, wie Caesar sein Haar so kunstvoll frisiert und wie er sich nur mit einem Finger kratzt, dann kann ich wiederum gar nicht glauben, dass er zu einem solchen unheilvollen Plan wie der Ergreifung der Macht im Staat fähig sein könnte»(hier 58). Caesar war auch in Sachen Frisur ein Wegbereiter für die Kaiserzeit.
Römische Büsten zeugen davon, wie sehr er Augustus in Sachen Frisur beerbte: Sollte zuvor die Ehrwürdigkeit und Lebenserfahrung eines «Senex» an der deutlich zurückweichenden hohen Stirn und dem griechischem Philosophenbart erkannt werden, so gibt sich der «Princeps» als ein bartloser Apoll von unsterblicher Jugend. Ähnlich paradigmatisch lässt sich an Rigauds offiziellem Staatsporträt von Ludwig XIV. aus dem Jahr 1701 zeigen, wie eminent politisch Frisuren zu verstehen sind. (Eine gute Kopie dieses berühmtesten Gemäldes der absolutistischen Staatsräson ließ sich zum Glück in der Galerie des Schloss Schleißheim finden.) Da der Sonnenkönig schon in zarter Jugend zu einer erblich bedingten Glatze neigte, erfand er die Allongeperücke. Vitalität und Machtfülle des absoluten Souveräns mussten sich unbedingt auch in der Fülle einer schulterlangen Haarpracht zeigen. Es dauerte nur wenige Monate, bis sich alle Adligen genötigt sahen, ihre Nähe zum Hof durch dieselben Perücken zum Ausdruck zu bringen. Und weil obendrein Ludwig auch noch früh ergraute, mussten sehr bald alle Perücken weiß gepudert werden. (Nicht jeder konnte es sich leisten, in diesem Sinne à la mode zu sein wie der kurfürstlich-sächsische Premierminister Graf Bühl; er besaß angeblich 1.500 Perücken. (Friedrich der Große befand, das sei doch «etwas viel für einen Mann ohne Kopf».)
Evan Penny Torso – Model, Variation 1, 2016 Pigmented Silicone, Hair 36 x 18 x 23 cm © Evan Penny
© Kunsthalle München 2026, Foto: Robert Haas
Haar Macht Lust Buchcover
Der gelbe Raum beleuchtet eher die ästhetischen Aspekte (wenn diese überhaupt von ethnologischen, ethischen, soziologischen, gender- und politischen Gesichtspunkten zu trennen sind). Die atemberaubende Schönheit der «Venus Anadyomene», der soeben dem Meeresschaum «Entstiegenen», zeigt sich nicht nur in makelloser Nacktheit. Ihre unendliche Anmut wird besonders dadurch gesteigert, dass sie, ganz in sich versunken, gerade damit beschäftigt ist, ihr langes nasses Haar auszuwringen und zu glätten. Die Unnahbarkeit und das Für- sich-Sein dieser Pflegemaßnahme steigert die Betrachtungslust aus der verstohlenen (männlichen) Voyeursperspektive bei all diesen verlockenden Schönheiten, – man denke an Heinrich Heines Lore-Ley: „[…] Sie kämmt ihr goldenes Haar. / Sie kämmt es mit goldenem Kamme / Und singt ein Lied dabei,/ Das hat eine wundersame,/ Gewaltige Melodei.»
Eine Ikone besonderer Art ist in dieser Ahnenreihe die narzisstische Kaiserin «Sissi» mit ihrer bis zum Po reichenden Haarpracht. Für deren Wasch- und Pflegeprozedur sollen ganze Tage benötigt worden sein. Franz Xaver Winterhalters Porträt der österreichischen Kaiserin von 1864 hing öffentlich im Arbeitszimmer Kaiser Franz Josephs in der Wiener Hofburg. Die jugendliche Elisabeth stellt sich hier nicht nur in einer Art weißem Negligé dar, sondern sie zeigt sich -halb züchtig, halb provokant- mit einer Art von Wasserfall ihrer lockigen Haarflechten, der sich vorn über die Brust und die verschränkten Arme ergießt, sich dort kreuzt und dann weiter bis über den unteren Bildrand hinabstürzt. Folgt man der Interpretation der Kuratorin, so kann man in dieser vermeintlichen Intimität und romantischen Inszenierung einen bewussten Gegenpol zu der pflichtbewussten Nüchternheit ihres Gemahls erblicken. – Hinter Sissi, der Venus, hinter Eva, Maria Magdalena und all jenen Meerjungfrauen, Undinen und Hippie-Schönheiten steht als Urbild das schrecklich-schöne Schlangenhaupt der Medusa: ein Begehren, das zu Tode reizt, weil das Ziel des Begehrens narzisstisch in sich selbst verschlossen und unerreichbar bleibt.
Vorzeit, Antike, Mittelalter Neuzeit, Gegenwart…wo anfangen, wo aufhören? Ärgerlich ist es, wie sehr die Ausstellungsmacher:innen glauben, sich dem Zeitgeist zu Füßen werfen zu müssen. Damit ist nicht gemeint, dass die Gegenwartskunst eines postkolonialen Zeitalters berücksichtigt wird. Im Gegenteil, die Haarskulpturen der Ivorerin Laetitia Ky, die ihr widerspenstiges Kraushaar mit Draht verstärkt und daraus grafische Skulpturen schafft, zeugen augenzwinkernd von antirassistischem Protest und feministischer Selfimpowerment. Auch der Hinweis auf die nun mehr als ein halbes Jahrhundert alte Performance der großen Marina Abramović sollte nicht fehlen, in der sie ihr langes Haar, damit sie dem normierten Schönheitsbild einer verführerischen Frau entspricht, so lange bürstet, bis es ausfranst und die Kopfhaut blutet. Dazu wiederholte sie selbstquälerisch immerzu den Satz «Art must be beautiful, Artist must be beautiful»: Der eigene Körper als Instrument der Selbstdisziplinierung und normierenden Kasteiung – ein höchst aktueller Aspekt, wenn man an die verstörende Macht denkt, welche die so genannten «social media» auf heutige Heranwachsende ausüben kann. Auch sollte in diesem Zusammenhang an das Regime im Iran erinnert werden, wo mutige Frauen seit Jahren darum kämpfen, Zentimeter um Zentimeter den aufoktroyierten Hidschab zurückzuschieben. Nichts wird in dieser Ausstellung ausgelassen: die Ökonomisierung der Kosmetikindustrie, Haare als Schmuck, Haare als Werkstoff zeitgenössischer Künstler:innen.
Wie jedes elementare Symbol sind auch Haare nur in ihrer dialektischen Widersprüchlichkeit angemessen zu verstehen.
lse Haider La Stilla (2), 2002 Farbfotografie, C-Print auf Aluminium, 80 x 65 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Sandro Botticelli Profilbildnis einer jungen Frau, 1475 – 1480 55,4 x 43 cm Foto: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Christoph Schmidt; Public Domain Mark 1.0
Haare sind ein Thema mit einem so weit sich ausbreitendem Bedeutungsfeld, dass sich kaum Grenzen zwischen so genannter ‚Hochkultur‘ und niederen Alltagsempfindungen ziehen lassen.
Die Ausstellungsmacher:innen und auch der Katalog des Hirmer-Katalogs verraten: Haare sind ein Thema mit einem so weit sich ausbreitendem Bedeutungsfeld, dass sich kaum Grenzen zwischen so genannter «Hochkultur» und niederen Alltagsempfindungen ziehen lassen. Entsprechend «trashig» kommt das Layout daher: Der Aufdruck auf dem Buchrücken ist bewusst verrutscht, im Innern springen den Leser unvermittelt Bildausschnitte, aus jedem Zusammenhang gerissene Zitate, bunte Seitengründe und ständig wechselnde Schriftgrößen an. Ein gelungener Gag besteht darin, dass die Leser:in sich hier und da dabei ertappt, wie sie ein einzelnes Haar von der Seite zu wischen versucht; ein einzelnes haarfein (gedrucktes) Opfer an die eigene Vergänglichkeit.
Fraglich erscheint mir vor allem, mit welcher Beflissenheit hier immer wieder «wokeness» unter Beweis gestellt wird. – Zum Beispiel das Cover des Katalogeinbandes: Ein qualitativ sehr mittelmäßig gemaltes Aquarell, angefertigt von der im Jahr 2000 geborenen Kroatin Anja Kuzmić. Es zeigt eine gewisse Cole Escola, eine junge Frau mit blauen Augen, einer hoch gesteckten Lockenfrisur und einem an einem Seidenband hängenden Biedermeiermedaillon in einem schulterfreien Kleid. (Ist die Ähnlichkeit mit Albrecht Dürers Brustbildern junger Frauen im verlorenen Profil, etwa der «Fürlegerin» in Berlin oder der «jungen Venezianerin» aus dem KHM in Wien, rein zufällig?) Im Hintergrund düstere männliche Gestalten, und einer wagt es sogar, einen verstohlenen Blick auf die Frau oder auf uns, die wir die Frau betrachten, zu werfen. Aber nein, die Frau ist keine Frau! Das dichte Brusthaar, welches aus dem Dekolleté emporquillt, will uns sagen, sie ist eine binäre Person. – Sollen wir uns jetzt als Opfer unseres eigenen Voyeurismus schämen? Müssen wir uns nun ertappt fühlen? Auf jeden Fall werden wir belehrt.
Oder Tom Neuwirth, alias Conchita Wurst, vor Jahren als Dragqueen Siegerin in einem «Eurovision Song Contests», von einem echten Tiroler Herrgottschnitzer eigens für die Ausstellung in Lindenholz verewigt. – Ein solches Maß an zur Schau gestellter «gendergerechter» Gesinnung mit erhobenem Zeigefinger wäre angesichts der ungeheuren Vielfalt von sonstigen Anregungen nicht nötig gewesen.
Deshalb abschließend noch ein Drei-Wort-Satz: «Danke, es reicht!»
Salvador Viniegra y Lasso de la Vega Der erste Kuss, 1891 Öl auf Leinwand, 128 x 225 cm © Photographic Archive, Museo Nacional del Prado, Madrid
HAAR MACHT LUST
Hg. Juliane Au, Roger Diederen
Beiträge von J. Au, A. Karentzos, J. Lange, G. Prager, M. Rotter-Lechanu, J. Saviello
336 Seiten mit 309 Abbildungen
Abmessungen : 25 x 19 x 3 cm Klappenbroschur
Hirmer- Verlag, München 2026
ISBN-10: 377744698X
ISBN-13: 978-3777446981
Preis: 40,00 €
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Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Oktober in der Kunsthalle Münchens zu sehen, anschließend im Freiburger Augustinermuseum