Jean Dubuffet – Ein Leben im Laufschritt
Die Inhalte seiner Bilder – der Mensch oder eine Landschaft – sind stetig in Bewegung wie auch die verwendeten Materialien wie Kalk, Sand,Teer und Kohlenstaub. Jedoch so rau und grob die Materialien auch erscheinen mögen und so brutal und hässlich teils hinein geritzt wurde – es ist höchste Ästhetik und der Ausgangspunkt des heute so zeitgemäßen Verschränken von »high and low culture.«
Das Kunst- und Ausstellungshaus der Langen Foundation widmet diesem Künstler, der als Vorläufer und Verfechter der Darstellung von Wirklichkeit des Alltags gilt, nun eine Einzelschau. Rund 50 Werke geben einen repräsentativen Einblick in das gesamte Schaffen des Künstlers.
Mit seiner ironisch-heiteren Bildsprache poetisiert Dubuffet das Stoffliche, die kleinen unbeachteten Dinge des Alltags, das schlichte Leben von Mensch,Tier und Natur. So stellt er in seinen Bildern auf ganz andere Weise wie später die Pop Art Künstler, die ihn übrigens bewunderten, das Triviale dar. In seiner Kunst verhöhnt er das Gewöhnliche nicht, sondern gestaltet die versteckte Poesie der alltäglichen Dinge zu facettenreichen und vieldeutigen Bildkompositionen.
Der charakteristische Wechsel von Jean Dubuffets Malerei zwischen Wirklichkeit und Traum, äußerem und inneren Erleben, die Zweideutigkeit seiner Motive entspricht der Position seiner höchst individuellen Kunst zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.
Weitere Informationen
Der Katalog zur Ausstellung – mit Texten von Andreas Franzke, Chrysanthi Kotrouzinis, Christiane Lange, Siegfried Gohr u.a. – erscheint im Hirmer Verlag München.