LUST2010 – Zur Bewertung von Gegenwartskunst

Es gibt kaum eine Frage, die so kontrovers beantwortet werden kann, wie die nach der Definition von Lust. Der heutige Begriff umschreibt eine Mischung aus dem Erbe der hohen Lustkultur des Barocks, gepaart mit Anrüchigem und Dekadentem der Gegenwart. Vielen fällt als erste Assoziation Pornografie oder Sexualität ein. Nun zeigen die rund 500 Werke der Ausstellung nicht nur frivole Posen und Fetisch, sondern ebenso Lebenslust, die Lust am Fotografieren oder wie am Papstbild bzw. an „Zölibat“ deutlich wird, auch Reaktionen auf das aktuelle Nachrichtengeschehen.

Diese Dokumentation der Positionen zum Lustbegriff ging jedoch fast unbemerkt an der Kritik und in den Kommentaren der Presse vorbei. Dagegen scheint die Frage, ob es möglich ist, eine unjurierte Ausstellung dem Publikum zugänglich zu machen, viel interessanter zu sein. Warum entscheidet bei einem Thema wie Lust ausgerechnet die Form der Ausstellung über den Inhalt? Achim Preiß, Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der Bauhaus-Universität Weimar und Schirmherr der 1. Bazonnale „Lust2010“ gab eine Antwort auf die Frage nach Lust und offensichtlichem Frust in unserer Gegenwart. Des Pudels Kern ist offensichtlich eine Unmündigkeit des einzelnen Betrachters ohne die vorherige Auslese durch eine Jury ein Urteil über Kunst fällen zu können.

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Geschrieben von Redaktion Portal Kunstgeschichte