Niklas Klotz. I´m so grouchy, Jens Fehring Gallery, Frankfurt am Main, bis 17. April 2010

Ausgangspunkt der Arbeiten von Niklas Klotz war die Re-Materialisierung des ‚digitalen‘ Abbildes eines Menschen. Zusammen mit dem Institut für Produktionstechnik der Universität Dresden nutzte er die im Internet zugänglichen Daten des ersten, in fast millimeterdicke Stärke zersägten Scheiben und vollständig digitalisierten Menschen, um diesen mittels Aluminiumguss wieder in die Stofflichkeit zurück zu holen. Das Spannungsfeld zwischen künstlich erzeugten Inhalten und deren materieller Präsenz hat Klotz seitdem nicht mehr losgelassen.

Auch anhand seines aktuellen, preisgekrönten Projekts für Kunst im öffentlichen Raum, der Um- und Neugestaltung des Julius-Otto-Denkmals in Dresden, lassen sich Konzept und Arbeitsweise gut verdeutlichen. Er ergänzt das bestehende Denkmal aus dem 19. Jahrhundert um einen von ihm entworfenen, grob aufgelösten und lebensgroßen 3D-Aluminium-Print eines Chorknaben und bettet damit die eigene Arbeit direkt und zum unmittelbaren Vergleich herausfordernd in den kunsthistorischen Kontext ein.

Der in Frankfurt lebende und schaffende Künstler unterläuft mit seinen an der Natur orientierten Plastiken die Sehgewohnheiten des Menschen, auf den ersten Blick wirken seine Werke wie realistischen Abbilder von Menschen, der nähere Blick erst ermöglicht das Entdecken einer feinen Maserung auf der Oberfläche der Objekte ; das Kunstwerk stellt sich als eine Holzplastik heraus. In seiner Herangehensweise an die Kunst ähnelt Klotz stark Rainer Kurka, der allerdings Terrakotta als Material seiner Werke benutzt.

Geschrieben von Redaktion Portal Kunstgeschichte