Ordnung, Inspiration, Glück (Gärten)
Die Parade der teilnehmenden Künstler aufzuführen ist angesichts der Fülle von über 200 Exponaten kaum möglich. So mag man zulassen, dass ein Name stellvertretend an prominente Stelle gerückt wird, der zum einen gar nicht typisch ist, und zum anderen neben den Liebermanns und Klees — der allerdings u.a. mit dem »Blumensteg« eines der besten Exponate beisteuert — und anderen unterzugehen droht. Die Rede ist von Hugo Simberg, der »Im Garten des Todes« mit dem gärtnernden Knochenmann spielt.
Wir dürfen uns nichts vormachen. Die Ausstellung hat mit der Natur soviel gemein wie Alexander von Humboldt mit der Kunst — mehr als man denkt nämlich: Die Bilder sind zwar bevorzugt gemalte (d.h. geordnete) Kunstprodukte, aber die gepressten Pflanzen des Naturforschers machen die Ausstellung im voraus schon zu einem Highlight der Saison. Quer durch die Zeiten und Räume geht das Städel-Museum nebenher und führt vor Augen, was eventuell fehlen könnte und wie die Vielfalt beschaffen ist — Rückschlüsse zum Garten als Zufluchtsort, Erholungsraum und Inspirationsquelle. Ob Paradiesgärtlein oder Arkadien, alles ist mittels der Palette der Künstler und durch die Brille des Betrachters gesehen, präsent. 600 Jahre Kulturgeschichte live — der Garten lebt!
Zur Ausstellung ist ein schwergewichtiger Katalog erschienen, der die Gärten nach »Ordnung, Inspiration und Glück«, im Kontext der Natur und auch des Paradieses, inwendig und auswendig und nach allen Regeln der Kunst durchleuchtet.
Öffnungszeiten
Dienstag, Freitag bis Sonntag 10–18 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 10–21 Uhr