Symposium: "Zu brutal? Nur schön?" – Darstellungen von Gewalt und Schönheit in der Fotografie, am 21. September 2009 in Winterthur
Im Zentrum des Symposiums stehen historische und aktuelle Fragestellungen der Ästhetisierung und der Ethik von Gewaltdarstellungen sowie ihre Auswirkungen auf gesellschaftliche Realitäten. Führen Schock- und Gewaltbilder zu emotionaler Abstumpfung, stiften sie zur Gewalt an, oder dienen sie vielmehr der Ableitung von kriminellen Energien und Aggressionen? Wie weit gehen Medien und die Werbung in diesem Bereich? Hat andererseits die Werbung das Schöne für die Kunst unmöglich gemacht? Wo liegt die Grenze zwischen Kitsch und Schönheit, und wie haben sich schöne und brutale Bilder im Laufe der Zeit verändert? Wie erklärt sich der oft grosse Graben zwischen einer akademischen Diskussion und dem populären Geschmack und seinen Sehgewohnheiten?
Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Fachleute wie auch an ein interessiertes Publikum. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Es finden keine Übersetzungen statt.
Programm
Vormittag: Zu brutal? – Gewaltdarstellungen
08.30 Uhr Türöffnung und Einschreiben
09.30–09.45 Uhr Begrüssung / Einführung
Urs Stahel, Direktor und Kurator, Fotomuseum Winterthur
09.45–10.15 Uhr Gewaltbilder und ihre Betrachter, historisch gesehen
Valentin Groebner, Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern
10.30–11.00 Uhr Werben mit Gewalt
Oliviero Toscani, Fotograf in Mailand und verantwortlich für die Benetton-Werbekampagnen von 1984–2000
11.15–11.30 Uhr Medienbild – Intervention 1
Martin Jaeggi, freischaffender Publizist und Dozent an der ZHdK
11.30–12.00 Uhr Emergency Claims – Photography and Ethics
Ariella Azoulay, Autorin von «The Civil Contract of Photography» (2008) und Direktorin der Camera Obscura – School of Art in Tel Aviv
12.15–14.30 Uhr Mittagessen und Ausstellungsbesuche
Nachmittag: Nur schön? – Schöne Fotografien
14.30–15.00 Uhr Zu schön, um wahr zu sein! Zu wahr, um schön zu sein? – Bemerkungen zu einem ästhetischen Dilemma
Martin Seidel, Kunsthistoriker. Er leitete beim Bund in
Deutschland u. a. das Projekt «Dokumentation von Kunst am
Bau» und ist (Mit-)Herausgeber zweier Kunstforumsbände
zum Thema Schönheit.
15.15–15.45 Uhr Beauty as Strategy
N. N.
16.00–16.15 Uhr Werbebild – Intervention 2
Martin Jaeggi, freischaffender Publizist und Dozent an der ZHdK
16.15–16.45 Uhr Photography and Beauty
Elisabeth Lebovici, Autorin, Kritikerin und Kuratorin in Paris
17.00–17.15 Uhr Prekäre Schönheit
Eine Schlussbetrachtung von Peter Pfrunder,
Direktor Fotostiftung Schweiz
Weitere Informationen
Die Anmeldung für das Symposium ist bis zum 24. August möglich.
Tagungspreis (inkl. Mittagessen):
CHF 200.- (für Studierende und Vereinsmitglieder: CHF 150.-).
Die Anmeldung und Einzahlung erfolgt über Fotomuseum Winterthur